Erneut zu Null:
Eiserne holen torlosen Punkt gegen den BVB
Die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin erspielt sich in einer körperlich intensiven, alles in allem aber chancenarmen Partie einen Heimpunkt gegen Borussia Dortmund.
1. FC Union Berlin: Rönnow – Haberer (76. Trimmel), van den Bosch, Uduokhai, Rothe – Aebischer, Schäfer (76. Kemlein), R. Khedira, Imeri (46. Latte Lath)– Jeong (90.+3 Güther), Skarke (70. Gray)
Borussia Dortmund: Kobel – Gadou, Anton, Schlotterbeck – Ryerson, Bellingham, Nmecha, Svensson – Nwaneri (62. Fabio Silva), Guirassy, Beier (62. Karetsas/ 70. Albert)
Personal: Im heutigen Spiel gegen den BVB waren Stanley Nsoki, Josip Juranović und Andrej Ilić verletzungsbedingt nicht einsatzbereit. Ebenfalls fielen Oliver Burke und Livian Burcu krankheitsbedingt aus. Cheftrainer Mauro Lustrinelli schickte die gleiche Startelf wie gegen Elversberg aufs Feld.
Zuschauer: 22.012
Union verteidigt leidenschaftlich – Torchancen bleiben auf beiden Seiten Mangelware
Die Partie zwischen dem 1. FC Union Berlin und Borussia Dortmund begann mit viel Intensität, ohne dabei zunächst echte Torgefahr zu entwickeln. Bereits wenige Sekunden nach dem Anpfiff setzte Ethan Nwaneri mit einem harten Einsteigen gegen Zeno Van den Bosch das erste Zeichen und sah früh die Gelbe Karte. Kurz darauf musste die Begegnung für einige Minuten unterbrochen werden, da dichte Rauchschwaden aus dem Heimbereich die Sicht auf dem Platz beeinträchtigten.
Nach der Fortsetzung entwickelte sich ein umkämpftes Spiel, in dem beide Mannschaften aggressiv gegen den Ball arbeiteten. Die Dortmunder versuchten immer wieder, über Kombinationen und die Außenbahnen in den Berliner Strafraum vorzudringen, fanden gegen die aufmerksam verteidigenden Eisernen jedoch kaum Lücken. Frederik Rönnow war bei Hereingaben und Flankenversuchen stets zur Stelle und strahlte viel Sicherheit aus.
Auch in Sachen Zweikampfhärte hatte die Partie einiges zu bieten. Nach Verwarnungen für Waldemar Anton und Serhou Guirassy auf Dortmunder Seite sahen wenig später auch Janik Haberer nach einem taktischen Foul und Tom Rothe nach einem umkämpften Duell mit Ryerson den Gelben Karton. Mit zunehmender Spielzeit wurde die Begegnung immer ruppiger, zahlreiche Unterbrechungen und intensive Diskussionen mit dem Schiedsrichter prägten die Schlussphase des ersten Durchgangs.
Die erste nennenswerte Offensivaktion der Köpenicker entstand in der 27. Minute. Nach einem schnellen Umschaltmoment kam Tim Skarke zentral vor dem Strafraum zum Abschluss, setzte den Ball jedoch knapp links am Tor vorbei. Auf der Gegenseite blieb die Unioner Defensive weiterhin konzentriert und ließ kaum etwas zu.
Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es dann auf beiden Seiten noch einmal gefährlich. Zunächst fing Rönnow einen Abschluss der Gäste sicher ab, ehe Union in der Nachspielzeit beinahe die Führung gelang. Kastriot Imeri brachte einen Freistoß scharf vor das Tor, der noch abgefälscht wurde und nur hauchdünn am Dortmunder Gehäuse vorbeistrich. Somit ging es nach einer intensiven, von Zweikämpfen geprägten ersten Halbzeit, torlos in die Kabinen.
Wenige Chancen auf beiden Seiten – Rönnow und Union halten den Punkt fest
Zur Pause reagierte Mauro Lustrinelli erstmals und brachte Emmanuel Latte Lath für den angeschlagenen Kastriot Imeri in die Partie. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung intensiv, Torchancen blieben jedoch weiterhin selten.
Die erste nennenswerte Gelegenheit der zweiten Halbzeit gehörte den Gästen. Nach einer Hereingabe aus dem Halbfeld kam Maximilian Beier im Strafraum zum Abschluss, setzte den Ball jedoch knapp neben das Tor (56.). Auf der Gegenseite bot sich den Eisernen wenig später die bis dahin beste Chance des Spiels. Nach einem schnellen Umschaltmoment kombinierten sich Tim Skarke, Wooyeong Jeong und András Schäfer sehenswert durch die Dortmunder Hälfte. Skarke tauchte halbrechts frei vor dem Tor auf, verzog seinen Abschluss jedoch deutlich über den Querbalken (59.).
Borussia Dortmund reagierte kurz darauf mit frischem Personal und brachte Fabio Silva sowie Konstantinos Karetsas für Ethan Nwaneri und Beier (62.). Karetsas musste die Partie nach einer Verletzung allerdings bereits wenig später wieder verlassen. Für den 17-jährigen Mathis Albert, der in der 69. Minute ins Spiel kam, war es zugleich das Bundesliga-Debüt.
Auch auf Berliner Seite wurde gewechselt: Mekhi Gray ersetzte Skarke (70.), ehe Christopher Trimmel und Aljoscha Kemlein für Haberer und Schäfer in die Begegnung kamen (76.).
Mit zunehmender Spielzeit erhöhten die Gäste den Druck, fanden gegen die aufmerksam verteidigenden Eisernen jedoch weiterhin kein Durchkommen. Weiterhin war Frederik Rönnow bei Flanken und hohen Bällen sicher zur Stelle, unter anderem als er eine Hereingabe in der 80. Minute souverän aus der Luft pflückte. Auch wenig später bewahrte der dänische Schlussmann bei einer weiteren Dortmunder Flanke die Ruhe und entschärfte die Situation problemlos.
Die beste Gelegenheit der Schlussphase gehörte schließlich den Köpenickern. Nach einer Ecke von Trimmel stieg Felix Uduokhai am höchsten, sein Kopfball strich jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (85.). Auf der Gegenseite tauchte Serhou Guirassy kurz vor dem Ende noch einmal gefährlich vor dem Tor auf, fand mit seinem Abschluss jedoch nur den parierenden Rönnow (88.). In der Nachspielzeit wechselte Union ein letztes Mal: für Jeong kam Günther in die Partie. Die letzte Gelegenheit der Partie bot sich den Gästen nach einer Ecke, die allerdings auch nichts einbrachte.
So blieb eine umkämpfte Partie bis zum Schlusspfiff von zahlreichen Zweikämpfen, Unterbrechungen und nur wenigen klaren Torchancen geprägt. Da beide Defensivreihen über die gesamte Spielzeit kaum etwas zuließen, trennten sich Union und Borussia Dortmund letztlich torlos mit 0:0.
Stimmen nach dem Spiel
“Wir verteidigen einfach besser mit dem ganzen Team”, lautet die Antwort von Felix Uduokhai auf die Frage, was in der Defensive besser gemacht wird als zuvor. “Ich freue mich riesig, dass wir heute wieder zu Null gespielt haben, darauf müssen wir aufbauen. Wir wussten, heute liegt der Fokus darauf, dass wir kompakt stehen und dass wir im Verbund klar verteidigen.
„Natürlich waren es in den ersten Spielen zu viele Gegentore, weswegen wir vor allem auch die Länderspielpause nutzen wollten, um an unserer Stabilität zu arbeiten. Ich denke, dass uns das ganz gut gelungen ist und wir auch heute wieder eine gefestigte Mannschaftsleistung auf den Platz bekommen haben. Über den Punkt freuen wir uns, aber wir wollen jetzt nicht nachlassen, sondern im Fokus bleiben,“ so Frederik Rönnow, nach seiner zweiten weißen Weste in Folge.
“Wir haben diese Woche die gute Leistung, die wir letzte Woche gezeigt haben, kontinuierlich weitergeführt. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit der Mannschaft. Sie haben gemeinsam gearbeitet und bis zum Schluss versucht das Spiel zu gewinnen. Es ist ein schönes 0:0 für uns.” schätzt Mauro Lustrinelli die Partie ein.
Ausblick auf die kommende Woche
Am kommenden Sonnabend sind die Eisernen in der Bundesliga auswärts beim FC Augsburg gefordert, ehe es in der folgenden Woche am Dienstagabend in der 2. Runde des DFB-Pokals nach Köln geht.