Kein Sieger in der Karl-Marx-Stadt:
Unioner spielen 1:1 beim Chemnitzer FC
Die Profi-Männer des 1. FC Union Berlin trennen sich vom Chemnitzer FC mit 1:1. Marin Ljubičić erzielt die Berliner Führung nach 25 Minuten, Jonas Marx gleicht für die Gastgeber in der zweiten Halbzeit aus (78.).
1. FC Union Berlin: Klaus (46. Raab) – Trimmel (46. Ogbemudia), M. Friedrich (46. Van den Bosch), Querfeld (46. Rothe), Köhn (46. Markgraf (62. Querfeld)) – Jeong (46. Güther), Haberer (46. Vulin), Kemlein (46. Blaszczak), Ansah (46. J. Friedrich) – Ljubičić (46. Engel), Ilić (46. Bedia)
Chemnitzer FC: Richter (64. Wunsch) – Eppendorfer (64. Pistol), Löhmannsröben (64. Gröger), Slamar (71. Mensah), Tchouangue (64. Zamora) – Baumgart, Geipl (71. Biven), Stockinger (64. Vogt) – Grimaldi (71. Hempel), Berlinski (64. Marx), Alberico (71. Fesser)
Zuschauer: 5.213
Tore: 0:1 Ljubičić (25.), 1:1 Marx (78.)
Aktiver erster Durchgang wird mit der Führung belohnt
Nachdem der Anpfiff aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens rund um Chemnitz um eine Viertelstunde verschoben werden musste, war im Stadion an der Gellertstraße alles angerichtet für den nächsten Test der Sommervorbereitung. Die Gäste aus Berlin übernahmen von Beginn an die Initiative und sorgten durch eine abgerutschte Flanke von Derrick Köhn erstmals für Gefahr vor dem Chemnitzer Tor (5.). Nur wenige Minuten später bot sich Andrej Ilić die große Chance zur Führung, doch CFC-Keeper David Richter und Dennis Slamar klärten die Situation mit vereinten Kräften (11.).
Auf der Gegenseite war anschließend Carl Klaus gefordert und parierte einen platzierten Schlenzer von der halbrechten Strafraumkante stark (18.). Die Eisernen blieben jedoch das tonangebende Team und belohnten sich nach 25 Minuten: Ilić setzte sich robust im Zweikampf durch und legte im Zentrum für Marin Ljubičić auf, der Richter mit einem cleveren Abschluss zum 1:0 überwand. Auch in der Folge drängten die Unioner auf den nächsten Treffer und erspielten sich immer wieder aussichtsreiche Situationen im letzten Drittel. Die Himmelblauen warfen sich jedoch mit viel Einsatz in die Abschlüsse und verhinderten weitere Gegentore. So blieb es bis zum Pausenpfiff bei der knappen 1:0-Führung für die Köpenicker.
Union-Talente setzen Akzente – Chemnitz gleicht aus
Wie bereits in den vergangenen Testspielen wechselte Unions Schweizer Cheftrainer Mauro Lustrinelli zur Pause die komplette Mannschaft und gab damit mehreren Nachwuchsspielern Einsatzzeit. Die jungen Eisernen setzten gleich nach dem Seitenwechsel ein erstes Ausrufezeichen: Eine ansehnliche Direktpass-Kombination über Oluwaseun Ogbemudia, Tim Blaszczak und Linus Güther sorgte für Applaus auf den Rängen. Bemerkenswert dabei: Das Zusammenspiel kam auf einen Altersdurchschnitt von gerade einmal 17,6 Jahren. Den gelungenen Spielzug konnte Güther jedoch nicht mit einem Treffer abschließen, da Chemnitz-Schlussmann David Richter den Abschluss entschärfte (51.).
Ein Wermutstropfen in der zweiten Hälfte war die Verletzung von Andrik Markgraf. Der Defensivspieler war zur Halbzeit eingewechselt worden, musste jedoch kurz darauf verletzungsbedingt wieder vom Platz und wurde durch Leopold Querfeld ersetzt (62.).
In der Folge neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend, sodass klare Torchancen zunächst Mangelware blieben (70.). Als die Partie bereits in die Schlussviertelstunde eingebogen war, bot sich Chris Bedia die Gelegenheit, die Führung auszubauen. Der Angreifer tauchte frei vor David Wunsch auf, konnte den Chemnitzer Tormann jedoch nicht überwinden (75.). Wenige Minuten später schlugen die Gastgeber zurück: Maximilian Fesser setzte sich auf der rechten Seite des Strafraums im Eins-gegen-Eins durch und legte anschließend in den Rückraum auf Jonas Marx. Dieser musste aus kurzer Distanz nur noch den Fuß hinhalten und sorgte für den 1:1-Ausgleich (78.). Die letzte Gelegenheit des Abends gehörte CFC-Spieler Amadeus Zamora: Vier Minuten vor dem Ende scheiterte der Nationalspieler Nicaraguas am Pfosten. Weitere Höhepunkte blieben bis zum Schlusspfiff aus, sodass die Partie mit einem 1:1 endete.
Stimmen nach dem Spiel
„Am Ende hat Chemnitz es wirklich gut gemacht und uns immer wieder unter Druck gesetzt. Gleichzeitig hatten wir natürlich auch eine Mannschaft auf dem Platz, die in dieser Konstellation noch nicht zusammengespielt hat. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass wir noch ganz am Anfang der Vorbereitung stehen. Es gibt einige Punkte, die wir verbessern müssen und an denen wir weiter arbeiten werden. Ich denke, genau dafür sind solche Spiele da: Sie zeigen uns auf, wo wir uns noch steigern können und dafür haben wir in den kommenden Wochen noch genügend Zeit”, so das Fazit von Carl Klaus nach dem Unentschieden.
„Natürlich fehlen noch etwas das Zusammenspiel und die Abläufe auf dem Platz. Gerade in der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass es da noch etwas Eingewöhnungszeit braucht. Wir hatten eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz, die das in meinen Augen trotzdem gut gemacht hat. Außerdem habe ich mich über die Unterstützung unserer Fans gefreut, die auch bei einem Testspiel für eine richtig gute Stimmung gesorgt haben”, ergänzte der 19-jährige Oluwaseun Ogbemudia im Anschluss.
„Solange die Kräfte da waren, haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir haben viele der Prinzipien, die ich auf dem Platz sehen möchte, umgesetzt und uns gute Chancen herausgespielt. Natürlich gab es dann auch Phasen, in denen die Fitness etwas nachgelassen hat. Das ist in dieser Phase der Vorbereitung aber völlig normal”, lautete die Einschätzung von Cheftrainer Mauro Lustrinelli aus Sachsen.
Ausblick auf die kommenden Tage
Bereits in drei Tagen, am kommenden Sonntag, dem 12.07.2026, steht für die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin die nächste Station der Sommervorbereitung auf dem Programm. Die Reise führt die Eisernen ins rund 100 Kilometer von Chemnitz entfernte Jena. In der thüringischen Universitätsstadt trifft Union um 15:30 Uhr im Ernst-Abbe-Sportfeld auf den FC Carl Zeiss Jena.