Abgeklärter Rekordmeister vor Ligapause:
Unioner unterliegen 0:4 in München
Die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin verabschiedet sich mit einer 0:4‑Niederlage beim FC Bayern München in die bevorstehende Länderspielpause. Trotz engagierter Abwehrarbeit im ersten Durchgang stellen Michael Olise (43.) und Serge Gnabry (45.+1) die Weichen auf Heimsieg. Nach dem Seitenwechsel erhöhen Harry Kane (49.) und erneut Gnabry (67.) für den Rekordmeister. Die Eisernen geben sich zu keinem Zeitpunkt auf, bleiben an diesem Nachmittag jedoch ohne eigenen Treffer.
1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel (75. Juranović), Doekhi, Querfeld, Nsoki (46. Rothe), Köhn – Haberer, Kemlein (61. Král), Khedira, Burcu (61. Jeong) – Skarke (46. Ilić)
FC Bayern München: Urbig – Stanišić, Upamecano (61. Bischof), Kim (71. Ito), Laimer – Kimmich, Goretzka (87. Osmani) – Olise, Karl (61. Guerreiro), Gnabry (87. Cardozo) – Kane
Personal: Unions Cheftrainer Steffen Baumgart konnte beim Gastspiel in München wieder auf Frederik Rönnow zurückgreifen, der beim 1:0-Erfolg in Freiburg vom starken Matheo Raab vertreten wurde. Außerdem rückten Leopold Querfeld nach abgesessener Gelbsperre sowie Aljoscha Kemlein für Andrej Ilić und Ilyas Ansah in die Startelf.
Zuschauer: 75.000
Tore: 1:0 Olise (43.), 2:0 Gnabry (45.+1), 3:0 Kane (49.), 4:0 Gnabry (67.)
Ballbesitzstarke Bayern mit Doppelschlag – Union verteidigt lange diszipliniert
In den himmelblauen Ausweichtrikots suchten die Gäste aus der Hauptstadt in den Anfangsminuten vor allem defensive Stabilität und überließen dem FC Bayern weitgehend den Ball. Bereits nach fünf Minuten fand der Rekordmeister die erste Lücke im Berliner Verbund, doch Frederik Rönnow erkannte die Gefahr früh, rauschte aus seinem Kasten und klärte vor dem einschussbereiten Serge Gnabry.
Nach einer Viertelstunde meldeten sich die Eisernen in der Allianz Arena auch offensiv zu Wort. Ein sauber ausgespielter Konter lief bis zum letzten Pass, doch die Hereingabe von Derrick Köhn fand keinen Abnehmer. Wenig später holte Rani Khedira nach einem Foul von Leon Goretzka einen Freistoß in aussichtsreicher Position heraus, den Köhn allerdings nicht über die Münchner Mauer brachte (23.).
Die größte Chance des ersten Durchgangs gehörte dann dem FCB-Youngster Lennart Karl. Nach einem Querpass von Josip Stanišić tauchte er frei vor Rönnow auf, setzte seinen Abschluss jedoch an den Pfosten (30.). Kurz vor der Pause zog Olise von der Strafraumkante nach innen und suchte mit einem Schlenzer den langen Winkel, doch Frederik Rönnow streckte sich und parierte stark. Der nächste Angriff der Münchner saß dann. Dayot Upamecano schlug einen langen Ball auf den rechten Flügel, wo Olise erneut nach innen zog und diesmal eiskalt zum 1:0 vollendete (43.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte schlugen die Bayern erneut zu. Nach einer nicht vollends geklärten Flanke landete der Ball vor den Füßen von Gnabry, der aus kurzer Distanz wuchtig zum 2:0 vollstreckte (45.+1). Mit diesem Zwei‑Tore‑Rückstand für die Eisernen ging es schließlich in die Kabine.
Eiserne stemmen sich bis zum Ende gegen Bayern – Münchener bleiben zielstrebig
Mit Andrej Ilić und U21‑Nationalspieler Tom Rothe brachte Steffen Baumgart zur Pause frische Kräfte, doch auch das neue Duo konnte den nächsten Münchner Treffer nicht verhindern. Im Strafraum wurde einmal mehr Kane gefunden, der geschickt aufdrehte und den Ball mit der gewohnten Kaltschnäuzigkeit ins lange Eck zum 3:0 unterbrachte (49.).
Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel setzte Union erstmals ein offensives Ausrufezeichen. Burcu drehte im letzten Drittel auf, ließ Upamecano mit einem schnellen Haken stehen und trieb den Ball nach vorn. Am Strafraum legte er auf Khedira ab, der jedoch noch den besser positionierten Ilić bedienen wollte, anstatt selbst den Abschluss zu suchen. Dabei spritzte Minjae Kim dazwischen und klärte die Situation.
Der Rekordmeister zeigte auch in dieser Phase seine spielerische Klasse. Olise befreite sich sehenswert aus dem Berliner Druck und zog aus der zweiten Reihe ab. Sein Schuss wurde noch geblockt, doch der Abpraller landete direkt bei Gnabry, der nicht lange fackelte und den Ball per wuchtigem Volley zum 4:0 in die Maschen jagte (67.).
Wie zuletzt hätte Wooyeong Jeong beinahe erneut als Joker gegen seinen Ex‑Verein getroffen. Halblinks im Strafraum kam der Südkoreaner zum Abschluss, doch der frisch nominierte Jonas Urbig im Tor des Rekordmeisters streckte sich und kratzte den Ball aus dem Winkel. So bewahrte er in der 77. Minute die weiße Weste. Bis zum Abpfiff blieb es beim 0:4, weitere Akzente konnten die Eisernen nicht mehr setzen.
Stimmen nach dem Spiel
„Auch wenn es gegen den FC Bayern geht, sind wir selbstkritisch genug zu wissen, dass wir es heute insgesamt nicht gut gemacht haben. Trotzdem können wir positiv bleiben, weil du gerade hier in München immer verlieren kannst. Das wollen wir jetzt so schnell wie möglich abhaken, denn uns steht eine sehr wichtige Phase bevor“, so das Fazit von Kapitän Christopher Trimmel nach dem Abpfiff.
„Es ist immer eine sehr schwierige Aufgabe beim FC Bayern, wahrscheinlich vom Gegner her das schwerste Spiel der Saison. Das wussten wir auch, aber trotzdem konnten wir dem heute nicht genug entgegensetzen. Jetzt geht es für uns darum, unser Ziel Klassenerhalt weiter im Blick zu behalten und in den nächsten Partien alles dafür zu tun“, ergänzte Frederik Rönnow im Anschluss.
„Natürlich ist es ärgerlich, dass nach dem 0:1 direkt das 0:2 fällt. Der FC Bayern hat uns heute aber auch kaum Möglichkeiten gegeben und unsere Fehler meist sofort bestraft. Letztendlich waren die Münchener in vielen Bereichen wie gewohnt sehr überlegen, da möchte ich meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Sicherlich kann man auch hier einiges besser machen, aber jetzt holen wir in der nächsten Woche erstmal Luft und konzentrieren uns dann auf die kommenden Aufgaben“, lautete die Analyse von Cheftrainer Steffen Baumgart nach dem Duell.
Ausblick auf die kommenden Tage
Am Dienstag, dem 24.03.2026, steht um 11 Uhr eine letzte öffentliche Trainingseinheit auf dem Plan, bevor die erste Länderspielpause des Jahres und somit ein bundesligafreies Wochenende ansteht.