Intensiver Test mit guten Ansätzen:
Union verliert mit 1:2 bei Dresdner Generalprobe
Die Profimänner des 1. FC Union Berlin müssen sich im Testspiel bei der SG Dynamo Dresden knapp mit 1:2 geschlagen geben. Vor stimmungsvoller Kulisse im Rudolf-Harbig-Stadion bringt Tom Rothe die Eisernen zunächst verdient in Führung (19.), doch die Gastgeber drehen die Partie durch Treffer von Niklas Hauptmann (22.) und Vincent Vermeij (52.). Trotz aller Bemühungen gelingt den Eisernen der Ausgleich nicht mehr.
1. FC Union Berlin: Klaus – Juranović (71. Trimmel), Querfeld (71. M. Friedrich), Van den Bosch (71. Ogbemudia), Rothe (71. Köhn) – Jeong (71. Güther), Khedira (71. Haberer), Kemlein (71. Blaszczak), Schäfer (71. Burcu) – Ljubičić (71. J. Friedrich), Ansah (71. Bogdanov)
SG Dynamo Dresden: Schreiber (46. Bethke) – Sterner (63. Straudi), Keller, Müller (63. Muhamedbegovic), Rossipal (83. Ezeh) – Wagner (63. Boeder), Rapp (63. Herrmann) – Inanoglu (63. Lemmer), Hauptmann (63. Oehmichen), Bobzien – Vermeij (63. Daferner)
Zuschauer: 25.022
Tore: 0:1 Rothe (19.), 1:1 Hauptmann (22.), 2:1 Vermeij (52.)
Rothe krönt starke Anfangsphase – Dresden antwortet prompt
Im Rudolf-Harbig-Stadion stand für die SG Dynamo Dresden die Generalprobe vor dem Start in die neue Zweitliga-Saison auf dem Programm, während der 1. FC Union Berlin die abschließende intensive Phase seiner Sommervorbereitung einläutete. Entsprechend entwickelte sich von Beginn an eine temporeiche Partie, in der die Gäste aus Köpenick zunächst den Ton angaben. Mit aggressivem Gegenpressing und zahlreichen Ballgewinnen setzten die Eisernen die Hausherren früh unter Druck. Die erste nennenswerte Torannäherung gehörte folgerichtig Union: Nach einer präzisen Hereingabe von Tom Rothe setzte Ilyas Ansah den Ball per Kopf Richtung Dresdner Tor, verfehlte dieses mit seinem Aufsetzer jedoch nur knapp (8.).
Nach etwas mehr als einer Viertelstunde drängten die Berliner zunehmend auf die Führung. Marin Ljubičić verarbeitete ein Zuspiel von Wooyeong Jeong stark und kam aussichtsreich zum Abschluss, doch SGD-Schlussmann Tim Schreiber reagierte aufmerksam und verhinderte zunächst den Rückstand (18.). Nur eine Minute später war der Dresdner Keeper jedoch machtlos: Erneut trat Rothe in den Mittelpunkt, gewann einen Luftzweikampf im Strafraum und köpfte den Ball zur verdienten 1:0-Führung für Union ins Netz (19.). Die Antwort der Gastgeber ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Nur drei Minuten nach der Unioner Führung vollendete Niklas Hauptmann eine flache Hereingabe zum 1:1-Ausgleich nach dem ersten und einzigen Angriff der Sachsen (22.).
Nach 33 Minuten faustete Schreiber einen Eckball nicht entscheidend aus der Gefahrenzone, sodass Jeong an der Strafraumkante zum Abschluss kam. Der Versuch des Südkoreaners stellte den Dresden-Keeper jedoch vor keine unlösbare Aufgabe. Kurz vor der Pause sorgte Union erneut nach einem Standard für Gefahr. Nach einer Ecke köpfte Rothe den Ball auf den ersten Pfosten zu Zeno Van den Bosch, der das Spielgerät direkt zurück vor das Tor brachte. Dort kam wiederum Rothe zum Abschluss, setzte den Ball aber lediglich ans Außennetz (39.). Weitere Treffer fielen bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr, sodass beide Mannschaften mit einem 1:1-Unentschieden in die Kabinen gingen.
Vermeijs Kopfball als Wendepunkt – Union mit vielen Wechseln
Nach dem Seitenwechsel übernahm Dresden zunächst die Initiative und trat deutlich offensiver auf. Belohnt wurde die druckvolle Phase durch einen Standard: Eine präzise Hereingabe segelte an den zweiten Pfosten, wo der 1,96 Meter große Vincent Vermeij seine körperliche Präsenz ausspielte und den Ball per Kopf zur Führung für die Hausherren ins Netz beförderte (52.). Auch nach der Führung blieben die Gastgeber die aktivere Mannschaft und suchten immer wieder den Abschluss aus der Distanz. Der eingewechselte Jakob Lemmer verfehlte das Unioner Gehäuse in der 64. Minute ebenso wie Ben Bobzien drei Minuten später, dessen Versuch ebenfalls am Ziel vorbeiging (67.).
In der Schlussphase nutzte Unions Cheftrainer Mauro Lustrinelli die Gelegenheit für weitere personelle Tests und wechselte sämtliche zehn Feldspieler aus. Die neu formierte Mannschaft hielt die Partie in den verbleibenden rund 20 Minuten offen, weitere Treffer sollten jedoch nicht mehr fallen.
Stimmen nach dem Spiel
„Ich finde, insbesondere in der ersten Hälfte war bei uns viel Gutes dabei. Aus meiner Sicht gehen wir auch verdient in Führung, bekommen dann aber etwas aus dem Nichts den Ausgleich. Wir haben unser Pressing gut umsetzen können und den Spielfluss der Dresdner immer wieder gestört. In der zweiten Hälfte haben uns dann ein bisschen die Körner gefehlt. Aber genau dafür ist die Vorbereitung da. Schon morgen können wir wieder ansetzen und weiter an uns arbeiten”, so das Fazit von Rani Khedira nach dem Abpfiff.
„Ich denke, man hat heute gesehen, welche Art von Fußball wir spielen wollen und woran wir als Mannschaft noch arbeiten müssen. Vor allem dann, wenn wir unsere Gegner früh unter Druck setzen, hoch anlaufen und dadurch in gute Räume kommen. Diese Situationen müssen wir künftig noch konsequenter nutzen und mehr Tore aus dem Spiel heraus erzielen, auch wenn uns das heute bereits einmal gelungen ist. Natürlich wird es schwierig, wenn man in der Vorbereitung noch nicht bei 100 Prozent ist. Grundsätzlich bin ich mit der Leistung der Mannschaft aber zufrieden”, ergänzte Torschütze Tom Rothe am Mikrofon.
„Wir haben über die gesamte Woche sehr gut trainiert. Im ersten Durchgang haben wir vieles von dem gesehen und umgesetzt, woran wir täglich hart arbeiten. Wir hatten zahlreiche gute Aktionen und sind immer wieder in gefährliche Situationen gekommen. Aktuell fehlen uns noch ein paar Tore mehr, aber ich bin überzeugt, dass diese kommen werden. Daran werden wir weiterhin intensiv arbeiten und jeden Tag feilen”, lautete die Analyse von Cheftrainer Mauro Lustrinelli nach dem Duell.
Ausblick auf den morgigen Sonntag
Die Rückkehr an die Alte Försterei lässt nicht lange auf sich warten: Bereits morgen empfängt Union den italienischen Erstligisten Cagliari Calcio zum ersten Heimtest der Sommervorbereitung. Bereits ab 12 Uhr sind die Stadiontore geöffnet, der Anpfiff erfolgt um 14 Uhr. Wer noch kein Ticket hat, kann sich dieses hier oder am Spieltag an den Tageskassen sichern und erstmals in diesem Sommer wieder eiserne Stadionatmosphäre in Köpenick erleben.