Niederlage am Flutlicht-Freitag:
Union unterliegt Schalke mit 1:3
Die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin muss sich am 3. Spieltag der Bundesliga dem FC Schalke 04 mit 1:3 geschlagen geben. Ausgerechnet Rückkehrer Robin Gosens bringt die Gäste in der ersten Halbzeit mit einem Abschluss über den Innenpfosten in Führung (33.). Kurz nach dem Seitenwechsel erhöht Adil Aouchiche mit einem wuchtigen Schuss unter die Latte auf 0:2. Trotz einer engagierten Leistung, zahlreicher Offensivaktionen und mehrerer Aluminiumtreffer finden die Eisernen lange keinen Weg an Schalke-Keeper Loris Karius vorbei und treffen erst in der Nachspielzeit durch Tim Skarke (90.+6). Schalkes Maximilian Wöber vollendet kurz vor dem Abpfiff einen letzten Schalker Angriff zum 1:3 (90.+13).
1. FC Union Berlin: Rönnow – Juranović, Querfeld, Uduokhai, Rothe – Aebischer (85. Haberer), Kemlein (46. Schäfer), Khedira, Burcu (46. Ljubičić) – Latte Lath (76. Skarke), Jeong
FC Schalke 04: Karius – T. Becker, Katic, Kurucay – Ljubičić (21. Dina Ebimbe), El-Faouzi, Tanaka, Gosens (80. Wöber) – Karaman (80. Hwang), Aouchiche – Adamu (80. Džeko)
Personal: Unions Cheftrainer Mauro Lustrinelli nimmt im Vergleich zur Vorwoche zwei Änderungen in seiner Startelf vor: In der Defensive rückt Leopold Querfeld für Zeno Van den Bosch ins Team und läuft gegen die Knappen von Beginn an auf. In der Offensive erhält Wooyeong Jeong den Vorzug vor Marin Ljubičić.
Zuschauer: 22.012
Tore: 0:1 Gosens (25.), 0:2 Aouchiche (46.), 1:2 Skarke (90.+6), 1:3 Wöber (90.+13)
Spiel beginnt auf Augenhöhe – Ex-Unioner Gosens trifft für Schalke
Die Eisernen kamen mit viel Offensivdrang in die Partie und setzten früh das erste Ausrufezeichen: Nach knapp zwei Minuten kam Leopold Querfeld zum Abschluss, sein Versuch wurde jedoch noch geblockt. Auch Josip Juranović sorgte in der Anfangsphase immer wieder mit scharf getretenen Hereingaben für Gefahr, fand zunächst aber keinen Abnehmer.
Mit zunehmender Spieldauer gestaltete sich die Begegnung ausgeglichener. Nach rund 20 Minuten schalteten die Königsblauen nach einem Ballgewinn im Mittelfeld der Eisernen schnell um: Über Kenan Karaman gelangte der Ball zu Adil Aouchiche, der nach einem schnellen Haken den Abschluss auf das kurze Eck suchte. Frederik Rönnow war jedoch zur Stelle und lenkte den Ball mit einer starken Parade über die Latte. Wenige Minuten später nahm die Partie eine komplette Wendung: Nach einer Flanke von der rechten Seite fiel das Leder über Umwege vor die Füße von Robin Gosens, der per Direktabnahme und mit Hilfe des Innenpfostens zum 0:1 traf. Ausgerechnet der frühere Unioner brachte damit seinen neuen Klub in Führung (25.).
In der 33. Minute konnte sich Rönnow erneut auszeichnen, als Aouchiche nach einem schnellen Vorstoß frei durchgebrochen war und alleine auf den dänischen Schlussmann zulief. Der Union-Keeper behielt jedoch die Oberhand in diesem Duell und bekam zudem Unterstützung vom aufmerksam zurückgeeilten Tom Rothe, der mithalf, die brenzlige Situation zu bereinigen. Vier Zeigerumdrehungen später meldeten sich die Eisernen wieder in der Offensive an. Über Emmanuel Latte Lath auf der linken Seite trugen die Berliner das Spielgerät nach vorne. Am Ende des Angriffs kam der aufgerückte Juranović zum Abschluss, doch der frühere Unioner Loris Karius war auf dem Posten und entschärfte den Versuch sicher. Bis zum Pausenpfiff konnten die Köpenicker den Rückstand nicht mehr egalisieren und so ging es mit dem 0:1 in die Kabine.
Knappen mit Blitzstart – Eiserne scheitern mehrfach an Karius oder am Aluminium
Denkbar unglücklich kamen die Eisernen aus der Halbzeitpause. Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff erhöhten die Königsblauen durch Aouchiche auf 0:2. Nach einem Steckpass tauchte der Offensivspieler frei vor dem Tor auf und jagte den Ball mithilfe der Unterkante der Latte ins Netz. Zunächst ging die Fahne des Assistenten nach oben, doch nach Überprüfung durch den Videoschiedsrichter zählte der Treffer aufgrund gleicher Höhe bei der Ballabgabe schließlich doch (46.). Trotz des frühen Rückschlags ließ sich die Mannschaft von Mauro Lustrinelli nicht aus dem Konzept bringen und suchte umgehend den Weg nach vorn. Zunächst kam der eingewechselte András Schäfer aus aussichtsreicher Position im Rückraum zum Abschluss, doch Karius riss rechtzeitig die Hände hoch und verhinderte den Anschlusstreffer (54.). Nur eine Minute später waren die Berliner dem 1:2 noch näher: Nach einer Flanke setzte Rothe einen Kopfball auf das Aluminium (55.).
Nach einer längeren Unterbrechung aufgrund einer Verletzung von Schiedsrichter Timo Gerach wurde die Partie nach knapp zehn Minuten Pause mit einem neuen Unparteiischen fortgesetzt. Für Gerach übernahm der 28-jährige Jarno Wienefeld die Spielleitung und kam damit zu seinem Bundesligadebüt.
Zu Beginn der Schlussviertelstunde segelte eine Flanke von Juranović durch den Strafraum bis an den zweiten Pfosten, wo Rothe erneut goldrichtig lauerte. Der Linksverteidiger nahm den Ball direkt und feuerte ihn per Volley auf das rechte Toreck, doch Karius reagierte blitzschnell, tauchte ab und entschärfte den Versuch mit einer sehenswerten Parade (75.). Ähnlich gelang es dem Schlussmann bei einem Schuss vom zuvor eingewechselten Tim Skarke in der 81. Minute, den er mit der rechten Hand aus dem Winkel fischte. Kurz vor dem regulären Ende war der Pfosten bei einem Abschluss von Marin Ljubičić im Weg und verhinderte den Einschlag (87.).
Zur Hälfte der angezeigten zwölfminütigen Nachspielzeit keimte im Stadion ein erstes Mal Hoffnung auf: Tim Skarke nutzte eine Vorlage von Rothe per Direktabnahme zum Ausgleich (90.+6) und hielt die Hoffnungen auf einen Punkt weiter am Leben. Zerstört wurden diese wenige Minuten später und letztlich kurz vor dem Abpfiff als der ebenfalls eingewechselte Maximilian Wöber einen letzten Angriff der Gäste auf Vorlage von Junior Adamu im Tor unterbrachte (90.+13).
Stimmen nach dem Spiel
“Wir haben einfach keine gute erste Halbzeit gespielt, wir hatten besonders in der eigenen Hälfte viele einfache Ballverluste. Wir konnten auch nicht das umsetzen, was eigentlich unser Plan war. Nach der Halbzeit wollten wir eine Reaktion zeigen, aber durch das schnelle Gegentor wurde das umso schwieriger”, so das Fazit von Tom Rothe nach dem Abpfiff.
“Fehlende Konsequenz und Effizienz und auch der Ballvortrag war nicht optimal. Schalke war einfach in vielem besser heute und geht dann wohl auch verdient als Sieger vom Platz”, ergänzte Rani Khedira im Anschluss.
„Wir kommen konzentriert in die Partie, werden im weiteren Verlauf aber etwas zu ungenau und kassieren mit dem ersten Gegentreffer einen Rückschlag. Dass wir dann direkt nach dem Seitenwechsel das 0:2 hinnehmen müssen, macht die Aufgabe natürlich nicht einfacher. Dennoch finden wir anschließend gut in unseren Rhythmus, erspielen uns mehrere gute Möglichkeiten und investieren viel in die Offensive. Schalke verteidigt die Führung in der Schlussphase jedoch konsequent. Aktuell benötigen wir im Vergleich zu unseren Gegnern zu viele Chancen, um Tore zu erzielen, und kassieren zugleich zu viele Gegentreffer. Entscheidend wird sein, unsere guten Phasen künftig über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten“, analysiert Cheftrainer Mauro Lustrinelli nach dem Schlusspfiff.
Ausblick auf die kommenden Tage
Auch in der kommenden Bundesliga-Woche erwartet die Profimannschaft des 1. FC Union Berlin wieder ein Flutlichtspiel am Freitagabend. Zum Auftakt des Münchner Oktoberfests gastieren die Eisernen beim deutschen Rekordmeister. Zuvor haben alle Fans die Gelegenheit, die Mannschaft bei einem öffentlichen Training am Montag, den 14.09.2026, um 11 Uhr zu erleben und sie auf die anspruchsvolle Auswärtsaufgabe in Bayern einzustimmen.