Ordentliche Mitgliederversammlung des 1. FC Union Berlin:
Stabiles Plateau, nahende Stadionerweiterung und neuer gewählter Aufsichtsrat
Am heutigen Donnerstag (03.09.2026) fand die Ordentliche Mitgliederversammlung des 1. FC Union Berlin e.V. im Stadion An der Alten Försterei statt.
Auf dem Programm standen die Berichte von Präsidium, Aufsichtsrat und Ehrenrat. Neben dem wirtschaftlichen Ergebnis der Saison 2025/26 standen die bisherigen und künftigen Infrastrukturinvestitionen des Klubs im Fokus.
Ehrung verdienter Unioner
Traditionell wurden im Rahmen der Mitgliederversammlung verdiente Unioner geehrt. Die Ehrennadel in Bronze erhielten:
• Jörg Bandlow
• Jens Kern
Bericht des Präsidiums
Nach dem Ende der Transferphase und dem erfolgten Saisonstart der Profimannschaften des 1. FC Union Berlin sprach sich Dirk Zingler im Bericht des Präsidiums für Geduld und Optimismus aus: „Hinter uns liegt ein Sommer mit vielen Veränderungen. Beide Mannschaften sind mit einem neuen Trainerteam in die Vorbereitung gestartet. Bis zuletzt gab es Veränderungen im jeweiligen Kader, mit denen wir unsere sportliche Qualität erhöht haben. Gleichzeitig konnten wir Transfererlöse erzielen, auch das war uns wichtig“, so Zingler. „Es ist klar, dass noch längst nicht alles wunschgemäß läuft, aber wir sehen, wie gearbeitet wird, und das stimmt mich sehr zuversichtlich. Wenn Veränderungen wirken sollen, ist Geduld gefragt, auch wenn das vielen von uns schwerfällt.“
Eigene Infrastruktur – Unions Lebensgrundlage
Mit Blick auf die bisherigen Investitionsphasen Stadionbau (bis 2010), Neubau der Haupttribüne (2010 – 2017), Trainingszentrum Oberspree (2017 – 2022) sowie das im Bau befindliche Trainingszentrum Alte Försterei für beide Profimannschaften ergibt sich ein bisheriges Investitionsvolumen von 99,5 Mio. Euro. Der bevorstehende umfassende Ausbau des Standortes Alte Försterei ist mit 190 Mio. Euro veranschlagt.
„Ohne die Übernahme der Verantwortung für unseren Standort wäre an eine Bundesliga-Zugehörigkeit unseres Klubs heute nicht zu denken. Die Entscheidung, die Dinge auf eigenes Risiko selbst in die Hand zu nehmen, hat uns damals sehr viel Mut abverlangt. Heute können wir konstatieren, dass wir uns als größter privater Sportstätteninvestor in Berlin unsere Lebensgrundlage selbst geschaffen haben“, so Union-Präsident Dirk Zingler. „Mit dem vor uns liegenden Schritt schließen wir auf zu unserem Wettbewerb und schaffen die Bedingungen, die unseren sportlichen Ansprüchen entsprechen und die Heimat unseres Klubs zukunftsfähig machen.“
Stadionerweiterung – die nächsten Schritte
Die Erweiterung des Stadions An der Alten Försterei wird mit jedem Tag konkreter und sorgt für eine zunehmend verlässliche Zeitplanung. Diese ist mit Blick auf den Umzug ins Olympiastadion und die dafür notwendigen Absprachen und Verträge dringend notwendig. Auf die Finalisierung der Gutachten und die Umsetzung daraus resultierender Artenschutzmaßnahmen im Herbst 2026 sollen im Herbst 2027 die Planreife und im Winter 2027 die Baugenehmigung folgen. Für den Winter 2027/28 ist der Beginn der Abrissarbeiten vorgesehen. Nach einer veranschlagten Bauzeit von rund 18 Monaten ist die Rückkehr an die Alte Försterei für den Sommer 2029 geplant.
„Wir wissen mit jedem Tag und jeder Rückmeldung unserer Gutachter und der zuständigen Behörden mehr und können die Planungen nun konkretisieren. Die Dimension und die Komplexität des Gesamtvorhabens erfordern eine präzise Planung in jeder Hinsicht. Das gilt für die eigentliche Bauplanung ebenso wie für den Bauablauf und die Finanzierung. Darauf haben wir bei den bisherigen Bauphasen geachtet, und das werden wir bei der jetzt bevorstehenden Größenordnung ebenfalls tun. Es muss uns allen klar sein, dass Genauigkeit vor Tempo geht“, so Dirk Zingler. „Den vorübergehenden Umzug ins Olympiastadion sehen wir als eine große Chance. Unioner können wieder ihre Familien und Freunde mitbringen. Und wir können neue Menschen für Union gewinnen, die bisher keine Möglichkeit hatten, uns kennenzulernen. Lasst uns diese Chance gemeinsam nutzen.“
Positives Ergebnis und gestiegenes Eigenkapital
Präsidiumsmitglied und Geschäftsführer Finanzen, Oskar Kosche, erläuterte die konsolidierten wirtschaftlichen Kennzahlen für den 1. FC Union Berlin e.V. und seiner Tochtergesellschaften für die Saison 2025/26.
In der Saison 2025/26 verzeichnete Union Einnahmen in Höhe von 197,62 Mio. Euro. Der ausgewiesene Gewinn beträgt 0,41 Mio. Euro. Das positive Eigenkapital steigt auf 8,50 Mio. Euro.
Für die Saison 2026/27 plant Union mit Erträgen von rund 174,04 Mio. Der avisierte Konzernüberschuss wird voraussichtlich 0,34 Mio. Euro betragen.
Präsidium, Aufsichtsrat und Ehrenrat entlastet
Im Bericht des Aufsichtsrates fand Thomas Koch lobende Worte für das wirtschaftliche Ergebnis der letzten Saison: „Einmal mehr konnten wir das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis beenden. Das verdient großen Respekt, denn es galt dabei gleichermaßen die Rückkehr vom Einnahme-Niveau der Europa-Jahre zu managen, die Investitionen in unsere Infrastruktur voranzutreiben und unsere sportliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Das ist gelungen.“
In seiner Sitzung vom 31.08.2026 hat der Aufsichtsrat gemäß seiner satzungsgemäßen Verantwortung den Jahresabschluss verabschiedet und das Präsidium für das Geschäftsjahr 2025/2026 entlastet.
Für den Ehrenrat berichtete Jörg Helmer und blickte mit Stolz auf Union: „Fußball zum Anfassen, bodenständig, fanorientiert, viele Stehplätze, bedingungslose Unterstützung für die Teams der Frauen und Männer, der Verein als soziale Heimstatt - all das verleiht uns Flügel und nichts anderes. Manche sehen uns etwas lächelnd oder spöttisch als Fußballromantiker. Darauf gibt es nur eine Antwort: Ja, wir stehen dazu, wir sind und bleiben Fußballromantiker - leidenschaftlich verbunden mit unserem Verein.“
Nach der Aussprache über die Berichte stimmte die Mitgliederversammlung mit deutlicher Mehrheit für die Entlastung des Aufsichtsrates und des Ehrenrates.
Neuer Aufsichtsrat gewählt
Zum neuen Aufsichtsrat gewählt wurde die Liste von Thomas Koch, der neben Thomas Koch die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Karlheinz Nolte, Dr. Dirk Fischer, Dr. Christoph Schulte, Björn Böhning und Marvin Kretzschmar sowie als neue Kandidatin Sylvia Weisheit angehören. In seiner konstituierenden Sitzung bestimmte der neu gewählte Aufsichtsrat Thomas Koch erneut zum Vorsitzenden, sein Stellvertreter ist Dr. Dirk Fischer.
„Wir, die gewählten Vertreter aus eurer Mitte, werden alles dafür tun, den erfolgreichen Weg unseres Klubs weiterzuführen. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit diesem Team sehr gut gerüstet sind, denn – ich betone es gerne nochmal: Vor uns liegt das mit Abstand größte und komplexeste Bauvorhaben unserer Vereinsgeschichte. Es geht um nicht weniger als die Herstellung von tatsächlicher Wettbewerbsfähigkeit in der Bundesliga und damit um die Schaffung der Basis für eine erfolgreiche Zukunft des 1. FC Union Berlin“, so Thomas Koch, alter und neuer Aufsichtsratsvorsitzender. „Ich bedanke mich für eure Unterstützung und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit den Kollegen im Aufsichtsrat und im Präsidium.“