Der Matchplan fürs Miteinander:
11 Griller müsst ihr sein
Fußballer sind vieles: Innenverteidiger, Stürmer, Torhüter oder Mittelfeldstrategen. Am heutigen Trainingslagertag kamen jedoch einige eher ungewöhnliche Berufsbezeichnungen hinzu: Einkaufsleiter, Grillmeister, DJ und Getränkewart. Für einen Nachmittag tauschten die Union-Profis ihre gewohnten Rollen gegen neue Aufgaben ein. Das Ziel: einen Grillnachmittag für die gesamte Mannschaft auf die Beine zu stellen.
Die erste Etappe
Bevor die ersten Getränke verteilt oder Grills angeheizt werden konnten, stand zunächst noch ein wenig das auf dem Programm, weshalb die Eisernen überhaupt ins Trainingslager gereist sind: Fußball. Für einen Teil der Mannschaft begann der Tag mit einer kurzen Einheit auf dem Platz, ehe anschließend alle gemeinsam aufbrachen. Vom Hotel aus führte der Weg zu Fuß durch den Ort zurück zum Trainingsgelände.
Unterwegs wurden bereits die ersten Aufgaben verteilt. Während die einen noch über Marinaden und Zutaten diskutierten, kümmerten sich andere um die letzten Details bei der Getränkeauswahl. Die Gespräche erinnerten dabei durchaus an eine Spieltagsvorbereitung. Allerdings standen diesmal weder Laufwege noch Standards auf der Agenda, sondern die Frage, wann der Grill seine Betriebstemperatur erreichen sollte.
Stabilität beim Aufbau
Dass ausgerechnet die Innenverteidiger Zeno Van den Bosch und Marvin Friedrich beim Aufbau landeten, dürfte kaum Zufall gewesen sein. Während sie auf dem Platz für Stabilität sorgen, schufen sie diesmal die Grundlage für einen gelungenen Nachmittag. So begann die Defensivarbeit bereits lange vor dem ersten Grillgut auf dem Rost. Und zu organisieren sowie zu schleppen gab es dabei mehr als genug.
Die Letzten in der Kette
Für die Getränkeversorgung zeichneten derweil die Torhüter verantwortlich. Geburtstagskind Frederik Rönnow, Matheo Raab und Carl Klaus übernahmen die Zapfanlage und behielten den Getränkestand jederzeit im Blick. Eine Aufgabe, die ihnen durchaus vertraut vorkommen dürfte. Schließlich sind Schlussmänner daran gewöhnt, von hinten den Überblick zu behalten, das Geschehen zu ordnen und im richtigen Moment die passenden Kommandos zu geben.
Hinter dem Tresen agierte das Trio ähnlich souverän wie zwischen den Pfosten. Die Getränke hatten sie jederzeit unter Kontrolle, auch wenn der Service gelegentlich seine Eigenheiten zeigte. Auf die Bitte um ein Wasser antwortete Carl Klaus trocken: „Dann hol’s dir.“ Viel deutlicher hätte die Botschaft kaum ausfallen können: Bei Wasser galt Selbstbedienung.
Der Vorbereiter
Während andere den Grillplatz herrichteten oder Getränke ausgaben, war Aljoscha Kemlein mit den Vorarbeiten für das gemeinsame Essen beschäftigt. Der Mittelfeldspieler schnitt Gemüse, bereitete Zutaten vor und sorgte dafür, dass später alles rechtzeitig bereitstand. Eine Aufgabe, die durchaus zu seinem Profil passt. Schließlich gehört es auch auf dem Fußballplatz zu den Stärken des Sechsers, Situationen vorzubereiten und seine Mitspieler in Szene zu setzen. Statt Torvorlagen lieferte Kemlein diesmal die Grundlage für eine ausgewogene Mahlzeit.
Der Cheftrainer mit der Playlist
Wenn Mauro Lustrinelli davon spricht, in den richtigen Rhythmus zu kommen, muss das nicht zwangsläufig etwas mit Fußball zu tun haben. Beim Grillnachmittag übernahm der Cheftrainer den Platz hinter dem DJ-Pult und wurde zum musikalischen Taktgeber des Tages. Die Playlist stellte er dabei ähnlich zusammen wie eine Startelf: abwechslungsreich, ausgewogen und offenbar mit dem richtigen Gespür für den jeweiligen Moment.
Erfahrung am Rost
Die wohl wichtigste Aufgabe des Nachmittags lag selbstverständlich in den Händen der Routiniers. Christopher Trimmel, Rani Khedira, Janik Haberer und Tim Skarke übernahmen den Dienst am Grill und damit genau den Part, auf den am Ende alle Augen gerichtet waren.
Mit ihrer Erfahrung behielten sie auch bei steigenden Temperaturen den Überblick und sorgten dafür, dass die Vorarbeit ihrer Teamkollegen schließlich auf den Tellern landete. Eine Rolle, die ebenfalls an den Fußball erinnerte. Denn auch dort braucht es Spieler, die im entscheidenden Moment Verantwortung übernehmen und die Angriffe erfolgreich zu Ende bringen.
So zeigte der Tag, was ein Trainingslager neben den Einheiten auf dem Platz ebenfalls ausmacht: unterschiedliche Aufgaben, unterschiedliche Charaktere und dennoch ein gemeinsames Ziel. Ob Grillzange, Playlist oder Unterhaltung, jeder übernahm Verantwortung und brachte sich ein. Und genauso wie auf dem Fußballfeld funktioniert auch abseits davon vieles nur dann, wenn alle ihren Teil dazu beitragen und die richtige Energie an den Tag legen. Der Grillnachmittag war kein Fußballspiel. Die Zutaten für einen gelungenen Mannschaftserfolg waren jedoch dieselben.
Zitat des Tages: „Als ich hier das erste Mal gesungen habe, warst du noch 14“, sagte Marvin Friedrich mit einem Augenzwinkern zu Ilyas Ansah, als Friedrich bei seinem erneuten Einstand wieder zum Singen antreten musste.
Die Tagebucheinträge im Überblick: